Bevor Entscheidungen fallen, kartieren wir das Umfeld: Wasserläufe, Winde, Böden, Vegetation, Wege, Märkte, Werkstätten, Geschichten der Nachbarschaft. Diese Karte dient als Kompass für Farbe, Muster, Proportionen und Nutzungszonen. Jahreszeitliche Anpassungen bewahren Lebendigkeit. Mit diesem Verständnis werden Räume zu offenen, lernenden Organismen statt starren Bühnenbildern.
Möbel, Gefäße, Textilien und Werkzeuge tragen Spuren von Menschen. Wenn ihre Herkunft sichtbar bleibt, entsteht Nähe. Reparierte Körbe, Keramik mit lokalen Glasuren, Lampen aus gesammelten Resthölzern und geerbte Stühle knüpfen biografische Fäden. Wir zeigen kuratorische Anordnungen, die weder museal noch chaotisch sind, sondern atmend, zugänglich, wechselbereit.
In einer kleinen Wohnung am Fluss entstand eine stille, kühle Sommerrückzugsoase: Kalkputz, Eschenholz, Pflanzen aus Auenlandschaften, eine Fensterbank als Beobachtungsplatz für Schwalben. Winterlich sorgen Wollteppiche, dicke Vorhänge und wärmende Farben für Geborgenheit. Die Bewohner protokollieren Licht, Geräusche, Gerüche und passen Routinen an. Die Atmosphäre wurde spürbar gelassener.